Emsland im August 2026.
Aufgewachsen im Emsland. Raus in die Welt. Zurück, um Zukunft zu gestalten.
Ich bin 1986 in Meppen geboren und in Wesuwe auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern aufgewachsen – mit Milchvieh, Bullenmast und Kartoffelanbau. Unser Zuhause war lebendig, arbeitsam und fröhlich. Lange lebten mehrere Generationen unter einem Dach, von der Tante bis zum Opa. Landwirtschaft bedeutete dabei nicht nur Arbeit, sondern Gemeinschaft, Verantwortung und natürlich auch Politik.
Ein Satz aus meiner Kindheit ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: „Pass in der Schule auf, sonst musst du inne Schüppe.“ Etwas zugespitzt – aber die Botschaft habe ich behalten: Wer vorankommen will, muss selbst etwas dafür tun.
Politik gehörte bei uns zu Hause dazu. Agrarpolitik wurde am Küchentisch diskutiert – und die Grünen waren dabei, vorsichtig gesagt, nicht unbedingt die beliebtesten Gäste. Dass ich später selbst bei den Grünen landen würde, war damals eher nicht absehbar.
Laut, neugierig und nicht immer erfolgreich
In der Schule war ich selten der Ruhigste: laut, manchmal fordernd, gerne Klassenclown und früh interessiert an Politik, Geschichte und jeder Menge unnützem Wissen.
Ich wollte durchaus ein Streber sein – war nur nicht erfolgreich genug darin. Am Ende stand beim Abitur.
Zwanzig Jahre später durfte ich an meiner alten Schule die Abiturrede halten. Vielleicht zeigt das ganz gut, dass ein Lebensweg nicht an einer Abschlussnote entschieden wird.
Nach der Schule wollte ich raus. Nicht weil ich das Emsland hinter mir lassen wollte, sondern weil ich etwas anderes kennenlernen wollte.
Von Wesuwe nach Berlin
Deshalb ging es zum Studium nach Berlin. Für jemanden, der auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Wesuwe groß geworden ist, war das ein Kontrast: Großstadt, U-Bahn, Kultur, Kunst, Geschichte, Politik und Menschen aus aller Welt.
Ich studierte Agrarwissenschaften. Aber Studium bedeutete für mich immer mehr als die Vorbereitung auf einen Beruf. Bildung heißt auch, Zusammenhänge zu verstehen, andere Perspektiven kennenzulernen und neugierig zu bleiben.
Praktika und Reisen führten mich unter anderem nach Osteuropa. Dort wurde mir besonders deutlich, wie entscheidend Infrastruktur für Entwicklung ist. Straßen, Bahn, Strom und heute vor allem schnelles Internet und Mobilfunk entscheiden mit darüber, ob Menschen und Unternehmen Anschluss an die Welt haben und eigene Chancen entwickeln können.
Diese Erfahrung prägt auch meinen Blick auf das Emsland.
Dass ich zurück in den Nordwesten wollte, war für mich immer klar. Ich liebe diese Region und die Menschen, die hier leben.
Das Emsland verbindet zwei Bereiche, die mich seit meiner Kindheit begleiten: Landwirtschaft und Energie. Hier liegt ein Zentrum der deutschen Agrarwirtschaft – und gleichzeitig ist unsere Region ein Kraftzentrum der erneuerbaren Energien.
Beruflich arbeite ich heute in der Entwicklung von Windenergieprojekten und führe ein Team. Dabei geht es um weit mehr als Windräder: um Grundstückseigentümer, Gemeinden und Behörden, Naturschutz, Genehmigungen, Infrastruktur, Verträge und sehr unterschiedliche Interessen.
Dabei habe ich gelernt: Fortschritt funktioniert nicht dadurch, dass einer allen anderen erklärt, wie es geht. Man muss zuhören, Interessen zusammenbringen, Entscheidungen treffen und dafür Verantwortung übernehmen.
Warum Politik?
Politik hat mich schon früh interessiert. Ich habe zeitweise für die CDU-Bundestagsfraktion gearbeitet und dabei Politik aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Politisch heimisch geworden bin ich dort allerdings nicht.
Später lernte ich die Grünen vor Ort kennen. Die Menschen und Gespräche dort haben mein Bild der Partei verändert. Die Maskenaffäre im Bundestag war schließlich einer der Anstöße für mich, nicht länger nur über Politik zu reden, sondern selbst aktiv zu werden.
Heute sitze ich für Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Haren.
Warum die Grünen?
Weil für mich Dinge zusammengehören, die manchmal künstlich gegeneinander gestellt werden: Natur schützen und wirtschaftlich erfolgreich sein. Heimat bewahren und offen für Neues sein. Landwirtschaft verstehen und Veränderung ermöglichen. Persönliche Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung.
Ich bin naturverbunden und technikbegeistert. Ich glaube an liberale Werte und daran, dass jeder Mensch seinen Platz in unserer Gesellschaft haben muss. Fortschritt bedeutet für mich nicht, alles Alte abzuschaffen, sondern das Gute zu bewahren und gleichzeitig den Mut zu haben, Dinge besser zu machen.
Das Emsland, das ich kenne
Das Emsland ist ein besonderer Landkreis. Eine Region entlang der Ems, die wirtschaftlich lange hinter anderen zurücklag und durch Fleiß, Unternehmergeist und gemeinsames Anpacken enorm aufgeholt hat.
Heute entstehen hier Kreuzfahrtschiffe, wir haben eine starke Landwirtschaft und einen erfolgreichen Mittelstand, erzeugen Energie – und natürlich wird beim SV Meppen Fußball gespielt.
Was unsere Region aber wirklich besonders macht, lässt sich schwer in Wirtschaftsstatistiken messen: Gemeinschaft.
Menschen übernehmen Verantwortung in Vereinen, Kirchengemeinden, Zeltlagern, Schützenvereinen, Feuerwehren und unzähligen Initiativen. Auch mein eigenes Leben gehört dazu: vom Zeltlager über Kolping und das Fahnentragen im Schützenverein bis zum Kegelclub.
Das Emsland ist für mich Heimat, weil hier vieles noch selbstverständlich gemeinsam gemacht wird.
Warum ich Landrat werden möchte
Ich kandidiere als Landrat, weil ich überzeugt bin, dass das Emsland vor einem neuen Strukturwandel steht – und weil ich möchte, dass wir ihn selbst gestalten.
Unsere Region hat in den vergangenen Jahrzehnten eine enorme Entwicklung geschafft. Aus einem wirtschaftlich lange benachteiligten Landstrich ist eine starke Region mit erfolgreichem Mittelstand, moderner Landwirtschaft, Industrie und Energieerzeugung geworden. Darauf können wir stolz sein. Aber dieser Erfolg ist kein Grund, stehen zu bleiben.
Energieversorgung, Landwirtschaft und Industrie verändern sich. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz schaffen neue Möglichkeiten. Mobilität, Arbeitswelt und die Erwartungen an einen attraktiven ländlichen Raum entwickeln sich weiter. Diesen Wandel sollten wir nicht abwarten – wir sollten ihn im Emsland voranbringen.
Im Kreishaus werden viele Entscheidungen getroffen, die dafür wichtig sind: von Schulen und sozialer Infrastruktur über Straßen, Radwege und Bahnverbindungen bis zu Digitalisierung, Wirtschaftsförderung, Natur- und Klimaschutz.
Das Emsland ist groß geworden, weil Menschen hier angepackt, investiert und Neues gewagt haben. Genau diese Haltung brauchen wir auch für die nächste Generation.
Wir haben viel Gutes geschaffen. Es geht darum, es zu bewahren – und mutig weiterzudenken.

Kurz & persönlich
Geboren: 1986 in Meppen
Aufgewachsen: auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb in Haren-Wesuwe
Ausbildung: Abitur am Wirtschaftsgymnasium Meppen, Studium der Agrarwissenschaften in Berlin
Beruf: Projektentwicklung Erneuerbare Energien, heute in leitender Funktion
Politik: Ratsherr der Stadt Haren (Ems), Kandidat für den Kreistag und das Amt des Landrats.
Zuhause: Haren-Wesuwe
Familie: verheiratet, eine Tochter
Vereinsleben: Kolping, Schützenverein, Zeltlager und natürlich Kegelclub
Freizeit: Jagd, Garten, Geschichte, Kunst und Kultur, Reisen und alte Autos, Fußball: Werder Bremen
Interessiert mich immer: Politik, Landwirtschaft, Technik und ziemlich viel unnützes Wissen
Was mich antreibt: Neues ausprobieren, Zusammenhänge verstehen und Dinge tatsächlich umsetzen
Heimat bedeutet für mich: Nicht stehen zu bleiben, sondern das Gute zu bewahren und weiterzuentwickeln
Emsland in einem Satz: Viel Freiheit, fleißige Menschen, starke Wirtschaft – und vor allem Gemeinschaft