{"id":791,"date":"2025-07-17T16:00:56","date_gmt":"2025-07-17T16:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-emsland.de\/?p=791"},"modified":"2025-11-11T15:32:29","modified_gmt":"2025-11-11T15:32:29","slug":"windenergie-gemeinsames-statement-kreistagsfraktion-und-kreisvorstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-emsland.de\/?p=791","title":{"rendered":"Windenergie: gemeinsames Statement Kreistagsfraktion und Kreisvorstand"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Gemeinsames Statement der Kreistagsfraktion und des Kreisvorstands von<br>B\u00fcndnis 90\/DIE GR\u00dcNEN im Emsland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Gr\u00fcne im Emsland f\u00fcr z\u00fcgigen aber geplanten Windenergieausbau vor Ort<br>Regionale Wertsch\u00f6pfung und finanzielle Beteiligung von Kommunen und B\u00fcrger:innen<br>besonders vorteilhaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Die Nutzung der Windenergie ist ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende, um den<br>Temperaturanstieg zu begrenzen. Gem\u00e4\u00df den Vorgaben der Bundesregierung und des Landes<br>Niedersachsen muss der Landkreis Emsland 3,07% seiner Fl\u00e4che f\u00fcr die Windkraftnutzung bis<br>2032 ausweisen. Sofern die vorgegebenen Ziele nicht erreicht werden, findet die Regelung der<br>Superprivilegierung Anwendung. Dies bedeutet, dass die kommunalen Planungsbeh\u00f6rden keine<br>M\u00f6glichkeit haben, den Bau von Windkraftanlagen zu steuern.<br>Die Realisierung des Fl\u00e4chenziels kann in zwei Schritten erfolgen. Der Landkreis Emsland hat<br>sich jedoch entschieden, die Ausweisung der betreffenden Fl\u00e4chen in einem Schritt<br>durchzuf\u00fchren. \u201eWir halten dieses Vorgehen f\u00fcr vern\u00fcnftig, um den damit verbundenen Aufwand<br>zu minimieren\u201c, sagt Melanie Kuipers, Fraktionsvorsitzende der Gr\u00fcnen im Emsl\u00e4ndischen<br>Kreistag.<br>Am 27. Januar 2025 hat die Kreistagsfraktion der Gr\u00fcnen im Rahmen des Kreistags dem Entwurf<br>der Verwaltung zum Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP Teilprogramm Windenergie)<br>zugestimmt. Dies erfolgte nach umfangreichen und zum Teil kontroversen Diskussionen und<br>Beratungen in den jeweiligen Gremien.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Akzeptanz der Bev\u00f6lkerung und finanzielle Beteiligung<\/strong><br>Ein wesentlicher Aspekt beim Ausbau der Windenergie ist die m\u00f6glichst breite Akzeptanz durch<br>die Bev\u00f6lkerung. Der Landkreis Emsland hatte sich daher f\u00fcr die Beibehaltung m\u00f6glichst gro\u00dfer<br>Abst\u00e4nde zur vorhandenen Bebauung ausgesprochen. Des Weiteren sollten nur die unbedingt<br>erforderlichen Einschr\u00e4nkungen bei der Entwicklung der betroffenen Kommunen vorgenommen<br>werden. Ein weiteres wesentliches Element ist die finanzielle Teilhabe der Kommunen sowie der<br>unmittelbar betroffenen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Es ist von essentieller Wichtigkeit, dass den<br>Anforderungen des Naturschutzes bei der Gestaltung der Ausgleichsma\u00dfnahmen gro\u00dfe<br>Aufmerksamkeit geschenkt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Anpassung der Abstandsregelungen im Emsland<\/strong><br>Im Sinne der Akzeptanz wurde nach Vorschlag durch die Verwaltung im Emsland die<br>vorgegebene Abstandsregelung der Landesregierung deutlich erweitert. Die Mindestabst\u00e4nde<br>h\u00e4tten laut Gesetz 400 Meter zu Einzelh\u00e4usern und 600 Meter zu Siedlungsbebauungen<br>betragen d\u00fcrfen. Grundlage f\u00fcr die Planungen der emsl\u00e4ndischen Verwaltung waren einen<br>Mindestabstand von 700m im Au\u00dfenbereich und 1000m zur Wohnbebauung. Um diese<br>Abst\u00e4nde zuk\u00fcnftig und dauerhaft, auch bei gr\u00f6\u00dfer werdenden Anlagen einhalten zu k\u00f6nnen,<br>wurde das &#8222;Rotor-In-Prinzip&#8220; angewandt. Dies besagt, dass die \u00e4u\u00dferen Spitzen der Rotoren die<br>ausgewiesene Fl\u00e4che nicht \u00fcberschreiten d\u00fcrfen. \u201eAuch das ist aus unserer Sicht im Sinne der<br>dauerhaften Akzeptanz sinnvoll. Damit verringert sich jedoch in dem jeweiligen Gebiet die<br>m\u00f6gliche Anzahl der Windkraftanlagen. Um dies auszugleichen, sind daf\u00fcr gesetzlich<br>entsprechende Zuschl\u00e4ge f\u00fcr die auszuweisenden Fl\u00e4chen vorgeschrieben\u201c, so Melanie Kuipers.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Inanspruchnahme von Waldfl\u00e4chen<\/strong><br>Letztlich f\u00fchren diese gesetzlichen Vorgaben und Randbedingungen im Hinblick auf Akzeptanz<br>der Windkraftnutzung dazu, dass im Emsland auch Waldfl\u00e4chen f\u00fcr die Energiewende in<br>Anspruch genommen werden m\u00fcssen \u201eDie Auswahl der jeweiligen Fl\u00e4chen erfolgte unter<br>Ber\u00fccksichtigung der Belange des Naturschutzes. Auch waren die Naturschutzverb\u00e4nde bei den<br>Ausweisungen der Fl\u00e4chen eingebunden\u201c, erl\u00e4utert Klemens Grolle, Mitglied des<br>Kreisentwicklungsausschusses f\u00fcr die Gr\u00fcnen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Transparenz und Beteiligungsverfahren<\/strong><br>\u201eIm Verfahren wurde gro\u00dfer Wert auf Transparenz gelegt\u201c, so Fraktionsvorsitzende Melanie<br>Kuipers. Sie erg\u00e4nzt: \u201eWir standen als Kreistagsfraktion in regem Austausch mit der Verwaltung<br>und haben versucht, durch verschiedene Vorschl\u00e4ge Einfluss zu nehmen.\u201c Einer dieser<br>Vorschl\u00e4ge war, die Abst\u00e4nde in selektierten Bereichen zu verringern, damit Waldfl\u00e4chen in<br>anderen Bereichen entlastet werden k\u00f6nnen. Seitens der Verwaltung und der Mehrheitsfraktion<br>wurden jedoch die obigen Abstandsregelungen priorisiert bzw. explizit gefordert. Die<br>Konsequenz daraus sind die vorliegenden Fl\u00e4chenausweisungen im verabschiedeten RROP.<br>Durch das gesetzlich geregelte Beteiligungsverfahren wurden die Einwendungen von<br>B\u00fcrger:innen sowie Umweltverb\u00e4nden und \u00f6ffentlichen Stellen ber\u00fccksichtigt. Die<br>Mandatstr\u00e4ger:innen der Gr\u00fcnen in den Orts- und Gemeinder\u00e4ten im Emsland wurden in einer<br>gemeinsamen Veranstaltung des Kreisverbandes und der Kreistagsfraktion durch Kreisbaurat Dr.<br>Michael Kiehl \u00fcber die geplanten Ma\u00dfnahmen und Entscheidungskriterien umfassend<br>informiert.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Folgen des Kreistagsbeschlusses<\/strong><br>Nach dem Beschluss des Kreistages wird mit der Best\u00e4tigung durch das Amt f\u00fcr regionale<br>Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg (Oldb) das beschlossene RROP g\u00fcltig.<br>\u201eDie Ausweisung von Waldfl\u00e4chen f\u00fcr die Windenergienutzung ist schmerzhaft\u201c, sagt Klemens<br>Grolle und erg\u00e4nzt: \u201eLetztlich wurde diese Entscheidung jedoch unter Abw\u00e4gung vieler<br>Randbedingungen getroffen und so vom Kreistag beschlossen. Jetzt herrscht Klarheit und<br>Planungssicherheit, um die Energiewende, als urgr\u00fcne Forderung, anzugehen und nicht mehr in<br>Frage zu stellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Forderungen f\u00fcr die Realisierung<\/strong><br>Bei den nun folgenden Realisierungsschritten zur Nutzung der Windenergie spielen die R\u00e4te in<br>den einzelnen Kommunen eine wichtige Rolle: Sie haben die M\u00f6glichkeit, den Prozess der<br>Projektierung von Windenergieanlagen direkt vor Ort mitzugestalten. \u201eWir werden dazu die<br>Mandatstr\u00e4ger:innen vor Ort mit den notwendigen Informationen ausstatten. Denn es gilt nun,<br>im Dialog mit den Ratskolleg:innen, Verwaltungen und B\u00fcrgermeister:innen, Aufkl\u00e4rung zu<br>betreiben und f\u00fcr die finanziellen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten zu sensibilisieren\u201c, sagt Theresa<br>Gothe, Vorsitzende der Gr\u00fcnen im Emsland, und erg\u00e4nzt: \u201eDiese finanziellen M\u00f6glichkeiten<br>ergeben sich z.B. daraus, dass die Anlagenbetreiber per Gesetz 0,2 Cent pro Kilowattstunde an<br>die betroffenen Kommunen zu zahlen haben. Dabei sind auch die M\u00f6glichkeiten zur<br>B\u00fcrgerbeteiligung zu betrachten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><br>Es gibt zus\u00e4tzlich die gesetzlichen Anforderungen, B\u00fcrger im Umkreis von 2.500 Metern um<br>Windkraftanlagen finanziell zu beteiligen. Diese Beteiligung kann durch Modelle wie<br>Kommanditgesellschaften oder B\u00fcrgerenergiegenossenschaften erfolgen. So k\u00f6nnen die<br>Vorteile der Windenergie breiter geteilt werden und die Akzeptanz vor Ort kann erh\u00f6ht werden.<br>In naher Zukunft wird ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit darin bestehen, bei der<br>Realisierung der Ausgleichsma\u00dfnahmen, gemeinsam in Zusammenarbeit mit den<br>Naturschutzverb\u00e4nden und der Verwaltung, m\u00f6glichst viel f\u00fcr Natur und Umweltschutz zu<br>erreichen. Die M\u00f6glichkeiten und Ansatzpunkte sind vorhanden.<br>Wir m\u00fcssen sie konzentriert und engagiert angehen, um mit den zur Verf\u00fcgung stehenden<br>Finanzmitteln aus den Ersatzgeldzahlungen m\u00f6glichst viel f\u00fcr die Menschen und die Natur zu<br>erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Regionale Wertsch\u00f6pfung<\/strong><br>Zus\u00e4tzlich werden wir Gr\u00fcnen im Emsland daf\u00fcr eintreten, dass m\u00f6glichst viel der damit<br>verbundenen Wertsch\u00f6pfung in der Region geschaffen wird, um die Betriebe und die damit<br>verbundenen Arbeitspl\u00e4tze hier im Emsland zu sichern. Gem\u00e4\u00df einer Studie des<br>Landesverbands Erneuerbare Energien Niedersachsen aus dem Jahr 2024 (Quelle: https:\/\/lee<br>nds-hb.de\/studie-zeigt-potenzial-der-windenergie-im-westlichen-niedersachsen-auf\/), k\u00f6nnte<br>der weitere Ausbau der Windenergie im Landkreis Emsland zu wirtschaftlichen Effekten von bis<br>zu 9 Milliarden Euro f\u00fchren. Diese beinhalten regional\u00f6konomische Effekte und die kommunale<br>Wertsch\u00f6pfung durch Pachtzahlungen, Gewerbesteuern und andere Einnahmequellen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Weitere Vorrangfl\u00e4chen f\u00fcr Windenergie genau analysieren<\/strong><br>Mit dem vorliegenden RROP weist der Landkreis, wie gefordert, 3,07 % seiner Fl\u00e4che f\u00fcr die<br>Nutzung durch Windenergieanlagen aus. Die Ausweisung von weiteren Vorrangfl\u00e4chen f\u00fcr<br>Windenergieanlagen in den einzelnen Kommunen wie sie z.B. aktuell (Stand Mai 2025) in der<br>Gemeinde Geeste diskutiert werden, sehen sowohl der Vorstand des Kreisverbands Emslands<br>sowie die Kreistagsfraktion der Gr\u00fcnen kritisch. Insbesondere dann, wenn wie im Fall der<br>Gemeinde Geeste weitere Waldfl\u00e4chen oder Fl\u00e4chen in unmittelbarer N\u00e4he von Mooren und \/<br>oder Naturschutzgebieten betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Kontakt f\u00fcr R\u00fcckfragen:<\/strong><br>An den Kreisvorstand Emsland vorstand@gruene-emsland.de<br>An die Kreistagsfraktion der Gr\u00fcnen im Emsland kvfraktion@gruene-emsland.de<br>https:\/\/gruene-emsland.de\/<\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/gruene-emsland.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Gemeinsames-Statement-Kreistagsfraktion-und-KV-Vorstand-Gruene-EL-zur-Windenergie.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von Gemeinsames Statement Kreistagsfraktion und KV Vorstand Gr\u00fcne EL zur Windenergie.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-02f57fef-fe6a-4a28-b3cc-bc64dbf909a4\" href=\"https:\/\/gruene-emsland.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Gemeinsames-Statement-Kreistagsfraktion-und-KV-Vorstand-Gruene-EL-zur-Windenergie.pdf\">Gemeinsames Statement Kreistagsfraktion und KV Vorstand Gr\u00fcne EL zur Windenergie<\/a><a href=\"https:\/\/gruene-emsland.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Gemeinsames-Statement-Kreistagsfraktion-und-KV-Vorstand-Gruene-EL-zur-Windenergie.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-02f57fef-fe6a-4a28-b3cc-bc64dbf909a4\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsames Statement der Kreistagsfraktion und des Kreisvorstands vonB\u00fcndnis 90\/DIE GR\u00dcNEN im Emsland Gr\u00fcne im Emsland f\u00fcr z\u00fcgigen aber geplanten Windenergieausbau vor OrtRegionale Wertsch\u00f6pfung und finanzielle Beteiligung von Kommunen und B\u00fcrger:innenbesonders [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":789,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-791","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/791","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=791"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/791\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":793,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/791\/revisions\/793"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/789"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=791"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=791"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=791"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}