{"id":405,"date":"2023-03-10T07:45:36","date_gmt":"2023-03-10T07:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-emsland.de\/?p=405"},"modified":"2023-03-10T07:45:36","modified_gmt":"2023-03-10T07:45:36","slug":"bericht-zur-sitzung-des-umweltausschusses-am-01-03-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-emsland.de\/?p=405","title":{"rendered":"Bericht zur Sitzung des Umweltausschusses am 01.03.23"},"content":{"rendered":"\n<p><br>TOP 8 (Verordnung zur \u00c4nderung der Verordnung vom 16.04.1981 zum Schutze von Landschaftsteilen in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim \u2013 Landschaftsschutzgebiet (LSG) &#8222;Emstal&#8220;, \u00c4nderung des Geltungsbereiches)<br>Im Rahmen einer Au\u00dfenbereichssatzung wurde durch die Gemeinde Emsb\u00fcren in Helschen die Entlassung einer Fl\u00e4che aus dem Landschaftsschutzgebiet \u201eEmstal\u201c (LSG23) beantragt. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der Link zur Beschlussvorlage_18-2023.pdf und dem betroffenen Gebiet gebietsloeschung_helschen_25000.pdf<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu Klemens Grolle (Kreistagsfraktion der Gr\u00fcnen):<br>T\u00e4glich werden laut dem Ministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz in Deutschland rund 55 Hektar als Siedlungsfl\u00e4chen und Verkehrsfl\u00e4chen neu ausgewiesen.<br>Weiter hei\u00dft es:<br>\u201eZwar l\u00e4sst sich &#8222;Fl\u00e4che&#8220; im engeren Wortsinn nicht &#8222;verbrauchen&#8220;. Fl\u00e4che ist jedoch \u2013 wie auch der Boden \u2013 eine endliche Ressource, mit der der Mensch sparsam umgehen muss, um sich seine Lebensgrundlagen zu erhalten.<br>Fl\u00e4chenverbrauch ist ein schleichendes Ph\u00e4nomen. B\u00fcrger und selbst politische Entscheidungstr\u00e4ger nehmen es kaum wahr. Daher mangelt es weithin am n\u00f6tigen Problembewusstsein.<br>Zersiedelung ist somit auch aus \u00f6konomischer und sozialer Sicht h\u00f6chst fragw\u00fcrdig:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sinkt die Siedlungsdichte, steigt der Aufwand pro Einwohner zum Erhalt der technischen Infrastruktur wie Versorgungsleitungen, Kanalisation, Verkehrswege und so weiter. Je geringer die Nutzerdichte, desto weniger rentabel sind auch \u00f6ffentliche Verkehrsmittel. Die Folge: Das Angebot schrumpft. Damit steigt die Abh\u00e4ngigkeit vom motorisierten Individualverkehr, was dann wieder den Ruf nach noch mehr (Entlastungs-\/Umgehungs-) Stra\u00dfen \u2013 und damit Fl\u00e4chenverbrauch \u2013 nach sich zieht und vieles mehr. \u00c4hnliche Folgen treffen auch soziale Infrastrukturen wie Kinderg\u00e4rten, Schulen und Krankenh\u00e4user.\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich wiederhole, was ich hier bereits im Februar des letzten Jahres gesagt habe:<br>Der Fl\u00e4chenverbrauch im Emsland durch die Siedlungsentwicklung ist nach wie vor sehr gro\u00df. Dies betrifft sowohl Wohn- als auch Gewerbegebiete.<br>Hinzu kommen Infrastrukturprojekte, wie z.B. die E233 mit ihrem enormen Fl\u00e4chenbedarf. \u00dcber deren Notwendigkeit kann und muss man streiten.<br>-&gt; Insbesondere vor dem Hintergrund des Nieders\u00e4chsisches Ausf\u00fchrungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz.<br>Hier steht im \u00a7 la Abs. 1, der zum 01. Januar 2021 in Kraft getreten ist:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erg\u00e4nzend zu \u00a7 1 Abs. 3 Nr. 2 BNatSchG ist die Neuversiegelung von B\u00f6den landesweit bis zum Ablauf des Jahres 2030 auf unter 3 ha pro Tag zu reduzieren und bis zum Ablauf des Jahres 2050 zu beenden.<\/h2>\n\n\n\n<p>Damit macht der Gesetzgeber m.E. deutlich, dass wir schon jetzt mit den vorhandenen Fl\u00e4chen sehr sorgsam umgehen m\u00fcssen!<br>Vor dem Hintergrund des oben zitierten Gesetzes sollten im Hinblick auf die ben\u00f6tigten Fl\u00e4chen die Priorit\u00e4ten, wie folgt gesetzt werden<br>Prim\u00e4r Nachverdichtung in den bestehen Baugebieten<br>Sparsamer Umgang mit Fl\u00e4chen allgemein<br>M\u00f6glichst viel Wohnraum auf die bereits ausgewiesenen Baufl\u00e4chen<br>In den Baugebieten m\u00f6glichst viel Gr\u00fcn im Bereich der Erschlie\u00dfung<br>Und wenig Versiegelung von Fl\u00e4chen allgemein<br>Dieser Ausschuss hat im Namen \u201ef\u00fcr\u201c Umwelt und Natur! Als Konsequenz aus den dargestellten Gesetzesvorgaben sollten u.E. aktuell keine Landschaftsschutzgebiete mehr f\u00fcr Bauma\u00dfnahmen reduziert werden. Im Februar des letzten Jahres haben wir<br>in Ellbergen 40.100 m\u00b2<br>in Listrup 14.160 m\u00b2<br>aus dem Landschaftschutz genommen. Jetzt werden in Helschen erneut 13700 m\u00b2 aus dem Landschaftsschutzgebiet entnommen.<br>Das sind, wenn man rund 25% Erschlie\u00dfungsfl\u00e4chen abzieht und pro Bauplatz 500 m\u00b2 rechnet; rein rechnerisch<br>in Ellbergen ca. 60 Baupl\u00e4tze<br>in Listrup ca. 20 Baupl\u00e4tze<br>in Helschen ca. 20 Baupl\u00e4tze; hier werden es ein paar weniger sein, weil sich schon Geb\u00e4ude im betroffenen Gebiet befinden<br>Wie wollen wir da jemals die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes erreichen? Ganz zu schweigen von den oben dargestellten Folgen f\u00fcr Verkehr und Infrastruktur.<br>Wir die Kreistagsfraktion der Gr\u00fcnen lehnen daher die vorgeschlagene Reduzierung vorhandener Landschaftsschutzgebiete ab.<br>Im Nachgang noch ein paar Anmerkungen:<br>Auch in diesem Verfahren werden die faunistische Kartierungen die speziellen artenschutzrechtliche Pr\u00fcfungen erst im Nachgang gemacht! Das geht aus meiner Sicht gar nicht. Die sollten zuk\u00fcnftig immer im Vorfeld gemacht werden!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Gr\u00f6\u00dfe der Baugrundst\u00fccke sollte im Sinne des sparsamen Umgang mit Fl\u00e4chen auf die \u00fcbliche Gr\u00f6\u00dfe von 400 \u2013 500 m\u00b2 minimiert werden, so dass gew\u00e4hrleistet wird, dass wir uns in ein paar Jahren nicht nochmal \u00fcber das gleiche Thema unterhalten m\u00fcssen.<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Vertreter der CDU stimmten daf\u00fcr; Gr\u00fcne und SPD dagegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TOP 8 (Verordnung zur \u00c4nderung der Verordnung vom 16.04.1981 zum Schutze von Landschaftsteilen in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim \u2013 Landschaftsschutzgebiet (LSG) &#8222;Emstal&#8220;, \u00c4nderung des Geltungsbereiches)Im Rahmen einer Au\u00dfenbereichssatzung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":336,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-405","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kreistagsfraktion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/405","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=405"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/405\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":406,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/405\/revisions\/406"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/336"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=405"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=405"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-emsland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=405"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}