{"id":363,"date":"2022-06-07T08:29:39","date_gmt":"2022-06-07T08:29:39","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-emsland.de\/?p=363"},"modified":"2022-06-07T08:29:39","modified_gmt":"2022-06-07T08:29:39","slug":"rede-zur-ladeinfrastruktur-im-emsland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-emsland.de\/?p=363","title":{"rendered":"Rede zur Ladeinfrastruktur im Emsland"},"content":{"rendered":"\n<p>Rede von Martina Pellny Kreisentwicklungsausschuss am 25. Mai 2022<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Vorsitzender,<br>Liebe Verwaltung, und liebe Kollegen,<\/p>\n\n\n\n<p>Bei unserem Antrag zur \u00f6ffentlichen Ladeinfrastruktur f\u00fcr e-Autos geht es ums Klima: Gerade der wichtige Mobilit\u00e4tssektor muss einen Beitrag zur Bew\u00e4ltigung der Klimakrise spielen \u2013 das wissen wir alle.<br>Daher hat sich die Ampelkoalition im Bund neben dem Ausbau des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs und des Radverkehrs das Ziel gesetzt, die Zahl der voll-elektrischen Autos bis zum Jahre 2030 auf bundesweit 15 Millionen zu steigern (30% aller PKWs). Deutschlandweit geht man von einer Kennzahl von einem \u00f6ffentlichen Ladepunkt je 15 voll-elektrisch angetriebenen PKW aus.<br>Daf\u00fcr brauchen wir Ladem\u00f6glichkeiten, um das Signal auszusenden, dass klimafreundliche Elektromobilit\u00e4t nutzerfreundlich und attraktiv ist. Und das hei\u00dft, auch f\u00fcr unser Emsland: wir m\u00fcssen die Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen, dass diejenigen B\u00fcrger, die von einem Benziner oder Diesel auf ein e-Auto umsteigen wollen, auch die entsprechende Infrastruktur vorfinden. Und bei den gestiegenen Energiepreisen an den Tankstellen \u00fcberlegen sich viele Emsl\u00e4nder, genau dies zu tun. Das zeigen die Zulassungszahlen f\u00fcr E- und Hybrid seit Anfang 2022, die mit 48,6% an den Gesamtzulassungen fast die H\u00e4lfte ausmachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen aus Studien, dass im l\u00e4ndlichen Raum ca. 85% der Aufladezeit entweder zuhause oder am Arbeitsplatz passiert. Nichtdestotrotz gibt es immer Restladezeiten, die die B\u00fcrger nutzen wollen oder m\u00fcssen \u2013 und zwar an \u00f6ffentlichen Orten: dh. w\u00e4hrend sie Einkaufen, w\u00e4hrend sie Essen gehen, w\u00e4hrend sie gesch\u00e4ftlich in ausw\u00e4rtigen Meetings sind. Oder wenn sie eine Kulturveranstaltung besuchen oder am Wochenende ein touristisches Ziel ansteuern.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht hier also um eine effiziente \u00f6ffentliche Ladeinfrastruktur f\u00fcr das Emsland: Handeln wir fr\u00fch und vorrausschauend, dann kann sie zu einem Standortvorteil werden \u2013 tun wir dies nicht, dann kann sie auch schnell zu einem Standortnachteil werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher ergibt sich hier f\u00fcr den Kreis ein Aufgabenfeld, das es bisher so nicht gab. Bisher ist die Anzahl von e-Autos und Ladestationen \u00fcberschaubar und daher \u2013 in Bezug auf Bedarf und Kapazit\u00e4t \u2013 gab es wenig zu koordinieren. Aber wenn wir uns vorstellen, dass wir bis 2030 f\u00fcr das Emsland 3960 Ladepunkte an \u00f6ffentlichen Orten brauchen, dann ist das eine ganz andere Nummer! Heute haben wir 263 Ladepunkte \u2013 dh. wir brauchen mehr als das Zehnfache!! (12 Ladepunkte je 1000 Einwohner)<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen, dass der Aufbau keine origin\u00e4re Pflichtaufgabe von Kommunen ist, aber selbst der nieders\u00e4chsische St\u00e4dtetag empfiehlt allen Kommunen und Kreisen in Niedersachen den Aufbau aktiv planerisch zu gestalten, Rahmen zu setzen und zu f\u00f6rdern. Wir freuen uns daher sehr, dass dieser Antrag dazu gef\u00fchrt hat, dass der Landkreis \u00fcberlegt, zusammen mit der Nieders\u00e4chsischen Landesbeh\u00f6rde f\u00fcr Stra\u00dfenbau und Verkehr ein Ladeinfrastrukturkonzept zu erstellen, und vielleicht sogar Modelllandkreis im Rahmen dieser Beratung wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Also: Es geht um vorausschauendes Handeln und Koordinieren.<br>Konkret bedeutet das: Wo sollen zus\u00e4tzliche o\u0308ffentliche Ladesa\u0308ulen errichtet werden \u2013 und wie viele ben\u00f6tigen wir wo? Dabei gilt es abzuw\u00e4gen: \u00f6ffentliche Parkh\u00e4user versus Parkfreifl\u00e4chen, Veranstaltungshallen, Kunst- und Kulturst\u00e4tten, Spielpl\u00e4tze, Parks, Schulen. Welche Superm\u00e4rkte werden Ladestationen planen, welche Gastst\u00e4tten? F\u00fcr Ladeninhaber in den Innenst\u00e4dten ist es ein Standortvorteil, wenn Ladestationen in der N\u00e4he sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Auswahl von Parkfreifl\u00e4chen sollte direkt die Errichtung von PV-Anlagen quasi als D\u00e4cher der Parkpl\u00e4tze mitgedacht werden, wie es in vielen L\u00e4ndern schon gemacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gut durchdachte Infrastrukturplanung bedeutet auch: Wir holen die Wirtschaft, die Betreiber von L\u00e4den und Gewerbe, die Betreiber von carsharing, die Einwohner mit ins Boot und sorgen mit einem guten Zeitplan, dass der Ausbau nicht an Kapazit\u00e4tsgrenzen st\u00f6\u00dft. Denn das ist, was wir NICHT wollen: das uns die Stadtwerke oder die Netzbetreiber irgendwann sagen: was ihr Euch vorstellt ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen uns die Dimension klar machen: am Ende wird das Tankstellenkonzept, so wie wir es heute kennen, Geschichte sein: dh wir fahren nicht mehr an einen Ort, sondern wir laden zuhause und im \u00f6ffentlichen Raum an dezentralen Punkten \u2013 und mit verschiedenen Geschwindigkeiten, je nachdem wo wir Parken. Die Tankstellenbetreiber werden sich auch umstellen, dh. sie sind eine der ersten, mit denen wir sprechen m\u00fcssen.<br>((\u00d6konomisch ist es sinnvoller wenn an alten Tankstellen ein re-powering stattfindet (allerdings werden die Nutzer dann auch Angebote wollen, was sie in der Zeit der Ladung dort machen\u2026nicht alle nutzbar\u2026))<br>Der Kreis k\u00f6nnte hier eine Koordinationsfunktion zwischen den verschiedenen Akteuren wahrnehmen und eine bedarfsgerechte Verf\u00fcgbarkeit in allen Kommunen des Emslandes im Auge behalten, sowie auch den grenz\u00fcberschreitenden Verkehr nach Holland mitbedenken.<br>Mit dem Standort von Ladestationen kann man auch Verkehr lenken, dh wo die Ladestationen sind, wird der Parkverkehr hingehen. Dh wir k\u00f6nnen damit auch lenken, wo wir KEINE Verkehrszunahme wollen.<br>Eine solche Planung sollte auch mit den Cluster-Ausschreibungen auf Bundesebene f\u00fcr Schnelllade-Hubs im \u00f6ffentlichen Raum koordiniert werden, um einen guten Mix herzustellen.<br>Und zuletzt &#8211; bei der Gesamtplanung m\u00fc\u00dfte die Leistungsf\u00e4higkeit des Verteilernetzes ber\u00fccksichtigt werden. Damit sind die Akteure der Energiewirtschaft und die kommunalen Stadtwerke in die Planung miteinzubeziehen.<br>Liebe Kolleg*Innen, der f\u00fcr den Klimaschutz so wichtige Ausbau der Elektromobilit\u00e4t darf im Emsland nicht an schlecht geplanten Ladem\u00f6glichkeiten scheitern. Wir freuen uns daher sehr, dass unser Antrag inhaltlich im Beschlussvorschlag wiederzufinden ist, bzw. dass wir durch unseren Antrag die Fortschreibung des bestehenden Konzeptes angeregt haben und das Emsland vielleicht sogar Modellregion wird. Der Fachausschuss der Stadt Lingen hat dem Antrag von B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen zur Erstellung eines Konzeptes bereits zugestimmt, so dass auch hier gut kooperiert werden kann.<br>Vielen Dank &#8211; Wir werden dem Beschlussvorschlag zustimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede von Martina Pellny Kreisentwicklungsausschuss am 25. 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