{"id":356,"date":"2022-05-04T08:25:05","date_gmt":"2022-05-04T08:25:05","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-emsland.de\/?p=356"},"modified":"2022-05-04T08:25:05","modified_gmt":"2022-05-04T08:25:05","slug":"antrag-machbarkeitsstudie-kuemmerer-konzept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-emsland.de\/?p=356","title":{"rendered":"Antrag: Machbarkeitsstudie \u201eK\u00fcmmerer-Konzept\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Begr\u00fcndung:<br>Hintergrund<br>Am 22.09.2021 hat der Landkreis Emsland im Ausschuss f\u00fcr Arbeit, Soziales und<br>Integration seinen Pflegebericht vorgestellt. In diesem Bericht wird attestiert:<br>\u201eDie Auswirkungen des demografischen Wandels mit einer steigenden Anzahl<br>\u00e4lterer und hoch betagter Menschen in der Bev\u00f6lkerung machen sich auch im<br>Landkreis Emsland (zunehmend) bemerkbar. Parallel nehmen altersassoziierte<br>Erkrankungen deutlich zu, was zwangsla\u0308ufig mit einer erho\u0308hten Inanspruchnahme<br>medizinischer und pflegerischer Leistungen verbunden ist.<br>Diese Entwicklung wird sich mit Blick auf die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge in den<br>kommenden Jahren weiter fortsetzen. Dabei zeigen sich zunehmend Bedarfe,<br>die insbesondere die Schnittstellen zwischen stationa\u0308rer und ambulanter medi-<br>zinischer und pflegerischer Versorgung betreffen.<br>Gleichzeitig stehen dem Arbeitsmarkt durch die geburtenschwa\u0308cheren Jahr-<br>ga\u0308nge weniger Menschen zur Verfu\u0308gung, die fu\u0308r eine medizinische oder pflegeri-<br>sche Ta\u0308tigkeit u\u0308berhaupt in Betracht kommen. Insofern stehen wir auch im<br>Landkreis Emsland vor der Herausforderung, a\u0308rztlichen und pflegerischen<br>Nachwuchs zu gewinnen und parallel unterstu\u0308tzende Angebote zu installieren.\u201c<br>Zusammengefasst haben wir im Emsland eine demographische Entwicklung, die:<br>1) zu h\u00f6heren Zahlen in der zu pflegenden Bev\u00f6lkerung f\u00fchren wird;<br>2) jetzt schon in einigen Gemeinden zu einem \u00c4rztemangel gef\u00fchrt hat;<br>3) jetzt schon in einigen Gemeinden zu einem Mangel an qualifizierter Pflege<br>f\u00fchrt.Dies ist ein Dreiklang, dem es durch innovative und kreative Konzepte entgegen-<br>zuwirken gilt. Wir m\u00fcssen die Pflege hier vor Ort zukunftssicher machen.<br>Gleichzeitig zeigt der Landespflegebericht Niedersachsen 2020 (in 2021 er-<br>schienen), dass im Emsland die h\u00e4usliche Pflege vorrangig praktiziert wird. Das<br>ist grunds\u00e4tzlich auch zu begr\u00fc\u00dfen \u2013 im Alter so lange wie m\u00f6glich stabil in den<br>eigenen vier W\u00e4nden zu bleiben, ist der Wunsch vieler Emsl\u00e4nder*Innen.<br>Daf\u00fcr brauchen wir eine bessere Unterst\u00fctzungsstruktur. Im Emsland sind es<br>vor allem die weiblichen pflegenden Angeh\u00f6rigen, die eine hohe Last tragen \u2013 und<br>quasi der gr\u00f6\u00dfte Pflegedienst der Region sind. Diese ben\u00f6tigen professionelle<br>Unterst\u00fctzung und Begleitung um die Herausforderungen und Bed\u00fcrfnisse, die so<br>eine Pflegesituation mit sich bringt zu bew\u00e4ltigen. Gerade an der Schnittstelle<br>zwischen den ambulanten Pflegediensten, den Hausarztpraxen, und den Patienten<br>mit pflegenden Angeh\u00f6rigen kann vieles optimiert werden.<br>Der Landkreis Emsland hat eine Reihe von Strukturen bereits aufgebaut und<br>hier besonders das wichtige Ehrenamt gest\u00e4rkt. F\u00fcr die Herausforderungen, vor<br>denen wir jetzt stehen, brauchen wir aber eine echte Pflegewende, mit der<br>Schaffung von hauptamtlichen, kommunalen Strukturen und Fachkr\u00e4ften.<br>Die L\u00f6sung f\u00fcr die Schaffung, solcher qualifizierten, hauptamtlichen Fachkr\u00e4fte<br>auf kommunaler Ebene haben wir vor Ort: Die Hochschule Osnabr\u00fcck\/ Campus<br>Lingen bildet seit 10 Jahren Fachkr\u00e4fte im Bachelor Studiengang Pflege (B.Sc.)<br>dual aus.Die Absolventen des Studiengangs Pflege (B.Sc.) dual werden f\u00fcr die Interaktion<br>mit Patienten und auch Angeh\u00f6rigen qualifiziert und verf\u00fcgen \u00fcber die Kompe-<br>tenz z.B. zur Stabilisierung des h\u00e4uslichen Settings Pflegeberatungen durchzu-<br>f\u00fchren und als K\u00fcmmerin bzw. K\u00fcmmerer in der Familie oder auch auf kommuna-<br>ler Ebene aktiv zu sein. Und zwar passgenau \u2013 so wie es die soziale und medizini-<br>sche Situation der zu Pflegenden ben\u00f6tigt und auch mit Blick auf die Angeh\u00f6ri-<br>gen.<br>Wir sollten diesen \u201eSchatz\u201c f\u00fcr das Emsland heben und Absolventen, die bereits<br>im Emsland sind, gezielt halten und ihnen Karrierechancen bieten. Leider finden<br>viele Absolventen keine ihrem Qualifizierungsgrad entsprechende Arbeitsange-<br>bote, und wandern vermehrt nach NRW oder in andere Bundesl\u00e4nder ab. Es geht<br>um Kompetenz in der Pflege und nicht nur um \u201eH\u00e4nde\u201c &#8211; nur so ist die Pflegewen-<br>de zu schaffen.<br>Machbarkeitsstudie \u201eK\u00fcmmerer-Konzept\u201c<br>Laut Pflegebericht des Landkreises Emsland vom 22.09.2021, muss es Ziel sein,<br>\u201edie Ressourcen der professionellen Pflege durch den Einsatz und die Unter-<br>stu\u0308tzung niedrigschwelliger Strukturen der Selbsthilfe zu schonen und zielge-<br>richtet einzusetzen. Hierfu\u0308r mu\u0308ssen ortsnah Netzwerke in den Sta\u0308dten, Ge-<br>meinden, Ortsteilen geschaffen und vermutlich auch hauptamtlich begleitet<br>werden. Einige Gemeinden haben sich hier bereits auf den Weg gemacht und die<br>Familienzentren um die Seniorenarbeit erga\u0308nzt bzw. \u201eKu\u0308mmerer\u201c f\u00fcr solche<br>Netzwerke eingestellt.\u201cWir m\u00f6chten diesen Ansatz weiter aufgreifen, und konkret eine Machbarkeits-<br>studie vorschlagen, die in bis zu 4 Pilotgemeinden des Emslandes das K\u00fcmmerer-<br>Konzept f\u00fcr seine Umsetzung untersucht.<br>Was ist das K\u00fcmmerer-Konzept?<br>Die K\u00fcmmerer*innen sind:<br>\u2022 physische Ansprechpartner*innen vor Ort (auf kommunaler Ebene\/ im kommu-<br>nalen Umfeld),<br>\u2022 haben eine Steuerungsfunktion inne und<br>\u2022 koordinieren das analoge Gesundheitsmanagement, sowie helfen bei der digita-<br>len Kommunikation mit der Pflegeversicherung oder anderen Institutionen.<br>Die Aufgaben sind:<br>\u2022 Ermittlung von Bedarfen bei der Zielgruppe (pr\u00e4ventive Hausbesuche),<br>\u2022 Vermittlung an Dienstleistungen und<br>\u2022 Koordination der niederschwelligen Versorgung durch ehrenamtliche Hel-<br>fer*innen.<br>Qualifikation: akademisch qualifizierte Pflegepersonen (Bachelorniveau)Durch die enge Unterst\u00fctzung der Seniorinnen und Senioren sowie ihrer Ange-<br>h\u00f6rigen durch die Profession Pflege, hier der akademisch qualifizierten Pflege-<br>fachkraft, wird eine neue Versorgungskultur geschaffen. Sie f\u00fchrt zu einer Ent-<br>lastung bei allen Professionen im Gesundheitswesen, den \u00c4rzten und den Pflege-<br>diensten, arbeitet aber eng mit ihnen zusammen<br>Mit freundlichem Gru\u00df<br>Birgit Kemmer<br>Fraktionsvorsitzende<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begr\u00fcndung:HintergrundAm 22.09.2021 hat der Landkreis Emsland im Ausschuss f\u00fcr Arbeit, Soziales undIntegration seinen Pflegebericht vorgestellt. 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